Julia Roberts & Bruce Willis werben für CDU

Ganz so ist es natürlich nicht, aber mit einem entsprechenden Wiedererkennungseffekt arbeiten die zwei Radiospots der CDU zur Europawahl. Dafür hat die Partei die deutschen Stimmen der beiden Schauspieler verpflichtet. Politische Inhalte rücken bei dieser Form der Wahlwerbung in den Hintergrund. Der Spot mit der Stimme von Willis spielt mit dem Image der Hauptfigur vieler Action-Filme. Dies erinnert an die Comedy-Reihe „Kollege Bruce“, die im Hessischen Rundfunk gesendet wird. Was kein Zufall sein dürfte, da der neue Generalsekretär der CDU, Peter Tauber, nicht nur die gleiche Frisur wie Bruce Willis trägt, sondern auch Hesse mit Sinn für popkulturelle Aneignungen ist.

Ich vermute, dass auch der Spot mit der Roberts-Stimme ein bereits bekanntes Format zitiert, und nehme Hinweise dazu in den Kommentaren dankend entgegen…

Kristina Schröder vs. Abgeordnetenwatch

Mit einem kontroversen Beitrag startet die ehemalige Bundesministerin und aktuelle Bundestagsabgeordnete Kristina Schröder (CDU) ihre Präsenz bei SoundCloud. Darin setzt sie sich mit der populären Plattform für Fragen an deutsche Mitglieder von Parlamenten „Abgeordnetenwatch“ auseinander und begründet, warum sie sich nicht (mehr) an diesem Kanal politischer Kommunikation beteiligt. Hier ihr Statement:

Audio-Offensive zu Koalitionsverhandlungen

Soviel deutsche Politik wie jetzt gab es noch nicht bei SoundCloud. Verantwortlich dafür ist vor allem die SPD mit ihrem Profil. Damit dokumentiert die Partei viele Statements nach Verhandlungsrunden mit der CDU zur Bildung einer Großen Koalition im Bund. Insofern kommen nicht nur Sozialdemokraten zu Wort, sondern auch Vertreter der Union. Etwa 70 (!) Beiträge dieser Art haben sich inzwischen angesammelt und konstituieren ein einzigartiges öffentliches Audio-Archiv. Die Online-Redaktion der SPD bindet die Beträge auch in die Berichterstattung über die Koalitionsverhandlungen auf ihrer Website ein. Insofern sind die Audio-Dokumente Bestandteil der Kommunikations-Offensive mit der die Parteispitze die Basis dazu bewegen will, einem ausgehandelten Koalitionsvertrag am Ende zuzustimmen. (Die Einbindung in Online-Angebote anderer Anbieter konnte ich nicht beobachten, bin aber für betreffende Hinweise via Kommentarfunktion dankbar.)

Derweil wurden in Hessen nach der Landtagswahl noch Sondierungsgespräche geführt. Nach deren Abschluss entstand eine Phase in der die Konstellation der Regierungsbildung unklar war. Diese beendete der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel mit einem Pressestatement am 22.11.2013, in dem er die Absicht des hessischen CDU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten Volker Bouffier öffentlich machte, Bündnis 90/Die Grünen ein Angebot für Koalitionsverhandlungen zu unterbreiten. Zu diesem Zeitpunkt war Schäfer-Gümbel in Berlin, um an den Koalitionsverhandlungen im Bund teilzunehmen. Diesem Umstand verdanken wir die Aufzeichnung seines Statements und dessen Publikation im SoundCloud-Profil der SPD.

Schäfer-Gümbel kam damit der CDU zuvor, die am selben Nachmittag die Entscheidung über Koalitionsverhandlungen in den Parteigremien beriet. Am Abend verkündete dann Bouffier das Angebot zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen an die hessischen Grünen. Nachdem die CDU SoundCloud bereits im Landtagswahlkampf genutzt hat, liegt das Statement nun ebenfalls in diesem Audio-Format vor.

Damit fehlt nur noch das Statement des Landesvorsitzenden der hessischen Grünen, Tarek Al-Wazir, in dieser Angelegenheit. Dieser hat seine Affinität zur Nutzung von  Audio-Angeboten in Koalitionsfragen mit einem Tweet dokumentiert, der das Leitmotiv für eine schwarz-grüne Kooperation bereits mit der Bezugnahme auf einen Titel von Xavier Naidoo formuliert hat: „Dieser Weg wird kein leichter sein…“

Ich würde mich freuen, seine Erklärung nach dem Parteirat bei SoundCloud zu finden!

Update 23.11., 19.00 Uhr:
Bündnis 90/Die Grünen haben die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der CDU beschlossen und eine ausführliche Darstellung des Sondierungsprozesses sowie ihrer Positionierung publiziert. Eine Audio-Version der Erklärung Al-Wazirs war nicht zu finden. Demgegenüber liegt die Reaktion von Bouffier auf den Beschluss in diesem Format vor.

Update 6.12.: „Doppelt hält besser“
Inzwischen dokumentieren beide Parteien die Pressestatements zu den Koalitionsverhandlungen im jeweils eigenen SoundCloud-Profil. Soweit ich sehe höre, handelt es sich dabei um das gleiche Material. Dies ist insofern eine interessante Entwicklung, da die schwarz-grünen Koalitionsgespräche im Vergleich zu den schwarz-roten im Bund von den Verhandlungspartnern recht restriktiv kommentiert und kommuniziert werden und Geschlossenheit demonstriert wird.  Hier der heutige Beitrag:

Unionslieder: Der CDU-Song

Nachdem ich mich vom SPD-Wahlkampfsong nicht ganz begeistert gezeigt habe, wird diese Einschätzung vom Titel der CDU relativiert. Dank des illustren Profils Unionslieder steht dieser auch bei SoundCloud zur Verfügung und kann mit historischen Hervorbringungen politischer Liedkunst von CDU sowie CSU aus Bund und Land verglichen werden. Präsentiert wird hier die Radio Version von „An jedem neuen Tag„. Auf der CDU-Website sind weitere Versionen als MP3-Datei verfügbar; auch der Video-Clip dort ist aussagekräftig. Verantwortlich für das Werk zeichnet der erfolgreiche Produzent und bekennende CDU-Symphatisant Leslie Mandoki („Dschinghis Khan„).